Es ist bekannt,
dass nicht nur eine gute Oboe und ein einwandfreier Ansatz
entscheidend
für einen schönen Oboenton sind, ein gutes Rohr ist ebenso
unerlässlich.
So
kommen zwei Oboisten nach kürzester Zeit immer auf das gleiche Gesprächs-
thema
– das Oboenrohr. Beim Rohrbau lässt sich auch kaum jemand gerne über
die
Schulter schauen, um die Geheimnisse des „Wunderrohres“ nicht preis zu
geben.
Bei
meinen zahlreichen Rohrbaukursen wurde ich immer wieder ermuntert, meine
langjährigen
Erfahrungen ( inzwischen 22 Jahre Oboenrohrbau ) zu Buche zu
bringen.
Mit diesem Bilderband (sowohl für Anfänger als auch für professionelle
Rohrbauer
gedacht ) hoffe ich, einen Beitrag zum Herstellen eigener Rohre geleistet
zu haben. Beim Anfertigen dieses Bilderbandes kam mir zugute, dass ich
als
Student mein „Taschengeld“ als Hobbyfotograf verdient habe. So konnte ich
sämtliche
Fotos selber machen und im eigenen Fotolabor ausarbeiten. Dabei war
mir
wichtig, jeden einzelnen Arbeitsvorgang aus der optimalen Perspektive des
Rohrbauers
zu zeigen, egal ob manuelle Arbeitsweise oder die kompliziertere
maschinelle
Version.
Die
meisten Maschinen – ausgenommen Hobeln und Fassonschneider sind Marke
„Eigenbau“,
die nach „Sonntagsideen“ entstanden.
Nach
wie vor gilt: Je besser die Holzqualität, um so höher die Chancen, bei
genauer
Beachtung der Anleitung auch den schöneren Ton zu treffen. Meine
besten
Beziehungen zu den französischen Holzlieferanten kommen mir und
meinen
Kunden sehr zugute.
Bei
meinen Fotografischen Darstellungen gehe ich davon aus, dass bekannt ist,
dass das Holz – eine Grasart mit dem Namen „Arundo Donax“, in der Region der
französischen
Mittelmeerküste, sowohl wild als auch auf Plantagen angebaut
wächst.
Man kann es kiloweise ( oder säckeweise – so wie ich ), bestellen.
Bei
der heimischen Reifung kommt es auf die richtige Lagerung an.
Alles
andere können sie durch das Auge meiner Leica verfolgen, nach dem Motto:
„
Bitte umblättern – weitermachen „.
Genau
wie die Musik, brauchen auch Bilder nicht übersetzt zu werden. Damit
wären
alle Schprachbarrieren beseitigt.
Ich
wünsche allen gutes Gelingen beim Herstellen eigener Oboenrohre und viel
Spaß
auch beim Nachbauen der gezeigten arbeitserleichternden Maschinen.
Michael
U n t c h
Maria
– Thann / Germany
Oboist,
Oboenlehrer, Rohrbauer
Sommer 2000
| . . . nach oben |